Finders of the Lost Yacht – Panu Aaltio

Finders of the Lost Yacht (Original Motion Picture SoundtraMusik komponiert, arrangiert
& Produziert von
Panu Aaltio
Orchestriert von
Rolf Gustavson
& Vili Robert Ollila

Pertsa und Kilu, ein beliebtes Kinder-Duo des finnischen Fernsehens, finden dieses Jahr den Weg ins Kino: in „Finders of the Lost Yacht“ bestreiten sie ein Abenteuer, welches sie zu einer versunkenen Yacht führt, um einen Batzen gestohlenes Geld zu bergen. Entstanden unter der Regie von Taavi Vartia lockt der Film mit ordentlich Abenteuer, dem Bau eines U-Bootes, einer Flugzeugtour und natürlich viel Spaß für die ganze Familie. Der Film gibt mir zudem endlich einmal die Gelegenheit, auf diesem Blog über Panu Aaltio zu sprechen: der Finne ist bereits seit 2008 als Komponist tätig und haut alle paar Jahre ein kleines Meisterwerk raus. Seine Scores zu den Natur-Dokumentationen „Tale of a Lake“ und „The Tale of a Forest“ sowie zu Filmen wie „Sauna“, „Rölli and the Secret of All Time”, “Dawn of the Dragonslayer” und ganz besonders „95” sind so großartig wie abwechslungsreich. Dieses Jahr komponierte Aaltio bereits für die Mittelalter-Komödie „Peruna (The Potato Venture)“ einen vergnüglichen Score, doch seine Musik zu „Finders of the Lost Yacht“ übertrifft diesen noch einmal deutlich!

Fans von Oldschool-Abenteuer-Scores werden sich direkt zu Hause fühlen, denn Aaltios Musik ist eine offensichtliche Hommage zu ähnlich gelagerten Scores von John Williams. Dies kommt sicher nicht von ungefähr: Titel und Schriftzug des Films lassen ebenfalls an einen gewissen peitschenschwingenden Archäologen denken. Diese Stimmung wird direkt im ersten Titel, „Open Sea“, etabliert, mit schnellen Streichern, fröhlichen Blechbläsern und kräftigen Pauken. Bei 1:19 hören wir zum ersten Mal das Hauptthema vollständig, erst auf Flöte und kurz darauf in mehreren Orchester-Variationen. Bei 2:42 wird zudem ein weiteres Thema vorgestellt, welches wahrscheinlich der Freundschaft der beiden jungen Helden gewidmet ist. Dabei klingt das Ensemble deutlich größer, als es eigentlich ist, allenfalls in manchen Blechbläser-Parts offenbart sich das verhältnismäßig kleine Orchester.

Finders of the Lost Yacht 1

Beide Themen werden ausführlich viele Male variiert: das Hauptthema eröffnet sanft „Main Title“, erklingt frech auf Holzbläsern in „Adventure“, kommt sehr John Williams-artig in „Storm Brewing“ vor und wird besonders herrlich in „Homemade Flight“ mit vollem Orchester eingesetzt, ausschweifend und abenteuerlich. Sehr erhaben erklingt es in „A New Member“, entschlossen in „The Thief“, gleich darauf in „Solving the Case“ und rasanter und deftiger denn je in „I Will Always Follow You“.

Das Freundschafts-Thema wird in „A Way to Stay“ auf sanftem Klavier gespielt, eröffnet mit Streicher-Unterstützung „Operation Griffin“ und erfährt eine sehr schöne Verarbeitung in „Calming Seas“. Besonders traurig ist es zudem auf rührendem Klavier in „Argument“ zu hören.

Finders of the Lost Yacht 3

Abseits davon gibt es noch einige andere herausstechende Momente: die Melodie ab 1:12 in „Adventure“ ist mit Streichern und Blechbläsern wundervoll frech-flott und draufgängerisch, „Building the Submarine“ klingt mit gezupften Streichern, komödiantischem Klavier und Percussion so, als wäre die Musik einem ähnlich gelagerten Track aus „Chicken Run“ entlaufen, und das meine ich im besten Sinne, ganz besonders dann, wenn jubilierendes Orchester übernimmt, unter anderem auch mit dem Hauptthema. „I Will Always Follow You“ hat sowohl Melancholie als auch Rasanz zu bieten und „Detective Paavola“ stellt eine sehr kurze, aber herrlich verspielte Melodie für Pop-Schlagzeug, Blech- und Holzbläser sowie flotte Streicher vor.

Fazit:

Die meisten geneigten Leser werden garantiert schon wissen, wie talentiert Panu Aaltio ist und wie wunderbar seine Werke sind, aber ich hoffe, ich konnte ihn hiermit auch einem neuen Publikum bekannt machen. „Finders of the Lost Yacht“ ist vielleicht sogar ein prima Einstieg, um sich mit seiner Vita vertraut zu machen: ein munterer, verspielter, dynamischer und abenteuerlicher Score, dessen Melodien einfach Freude machen und sicher lange im Ohr bleiben. Mit 4/5 Punkten ist dies definitiv einer meiner bisherigen Lieblings-Scores des Jahres und hat große Chancen, auf meiner Top 10-Liste zu landen. Bleibt nur noch eine Frage offen: wie lange müssen wir noch warten, bis Panu Aaltio mal für einen großen Blockbuster angeheuert wird? Denn das ist bereits seit Jahren überfällig…

Trackliste mit Längenangabe und Anspieltipps:

  1. Open Sea – 3:45
  2. Main Title – 3:12
  3. A Way to Stay – 1:04
  4. Adventure – 2:00
  5. Operation Griffin – 2:32
  6. Storm Brewing – 2:12
  7. Homemade Flight – 3:34
  8. Calming Seas – 1:53
  9. Stolen Truck – 1:34
  10. Building the Submarine – 2:04
  11. A New Member – 1:55
  12. Argument – 2:10
  13. The Thief – 2:13
  14. Solving the Case – 1:44
  15. I Will Always Follow You – 2:23
  16. Detective Paavola – 0:20


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