1917 – Thomas Newman

Der Score stammt von Thomas Newman, welcher Sam Mendes‘ Kino-Regie-Karriere von Anfang an begleitete: Nach „American Beauty“, „Road to Perdition“, „Jarhead“, „Revolutionary Road“, „Skyfall“ und „Spectre“ ist dies sein siebter Score für Mendes, welcher nur im Fall von „Away We Go“ nicht mit dem amerikanischen Komponisten gearbeitet hatte. Vor einigen Jahren verließ er mit seinen Bond-Scores ein wenig seine Komfort-Zone, und etwas ähnliches ist auch hier eingetroffen: Für Kenner seines Stils ist „1917“ zweifelsohne als Thomas Newman-Score erkennbar, aber er hat seine Stilistiken zugunsten eines viel harscheren und düstereren Sounds variiert, welcher im Film selbst absolut phantastisch wirkt, als Hörerlebnis allein jedoch teilweise nicht ganz so einfach zu konsumieren ist. … Mehr 1917 – Thomas Newman

Nachtrag: Der Junge muss an die frische Luft – Niki Reiser

Der Film markiert Caroline Links bereits sechste Zusammenarbeit mit Niki Reiser: Der Schweizer gehört aktuell zu den besten Filmkomponisten des deutschsprachigen Raums. Auch für „Der Junge muss an die frische Luft“ liefert er, wie erwartet, einen sehr schönen Soundtrack ab, aber ich vermute, dass einige Hörer genau damit ein Problem haben könnten. In gewissem Sinne ist hier das eingetreten, worüber sich teilweise auch schon bei Thomas Newman oder Danny Elfman beschwert wird: Der Score klingt exakt so, wie man es von Niki Reiser für einen Film wie diesen erwartet. Dies tut der Musik selbst keinen Abbruch, aber es besteht das Risiko, dass das Ergebnis für einige Kenner von Reisers Filmografie viel zu vorhersehbar geraten sein mag. … Mehr Nachtrag: Der Junge muss an die frische Luft – Niki Reiser

Animation Month: Arthur Christmas – Harry Gregson-Williams

Die Musik stammt von dem britischen Komponisten Harry Gregson-Williams, welcher mit Aardman bereits eine längere Geschichte hat: Zusammen mit John Powell vertonte er mit „Chicken Run“ den ersten Kinofilm des Knet-Studios und kam später auch für „Flushed Away“ und erst letztes Jahr für „Early Man“ zurück. Mit „Arthur Christmas“ stellt er sich musikalisch vollständig in den Dienst des Films, denn sein Score ist eine großartige Mischung aus symphonischen Orchester- und modernen elektronischen Elementen, welche sich von Anfang an im Zuschauer festsetzt und sämtliche Szenen mit Bravour trägt. … Mehr Animation Month: Arthur Christmas – Harry Gregson-Williams

Animation Month: Rise of the Guardians – Alexandre Desplat

„Rise of the Guardians“ brach mit einer langen „Tradition“: Zum ersten Mal wurde ein DreamWorks-Animationsfilm nicht einem Komponisten der Remote Control-Schmiede überlassen! Stattdessen gab es für Regisseur und Produzenten nur EINEN Wunsch-Kandidaten: Alexandre Desplat. Der Franzose hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits durch zahlreiche Drama-Scores („The King’s Speech“), aber auch Soundtracks zu Fantasy- („The Golden Compass“) und Wes Anderson-Filmen („The Fantastic Mr. Fox“) einen festen Platz als einer der erfolgreichsten und beliebtesten Komponisten seiner Generation sichern können. Mit „Rise of the Guardians“ lieferte er nicht nur einen der besten Scores 2012 ab, sondern meiner Meinung nach auch eines der wunderbarsten Werke seiner Karriere! … Mehr Animation Month: Rise of the Guardians – Alexandre Desplat

The Lighthouse – Mark Korven

Von „The Witch“ brachte Regisseur Robert Eggers Mark Korven mit, einen kanadischen Komponisten, dessen einziger wirklich signifikanter Score davor der Sci-Fi-Thriller „Cube“ war. Für „The Witch“ erdachte er einen teils unterschwelligen, teils kakophonischen Alptraum aus Streichern, Klicken, Dröhnen und unfassbar gruseligem Frauenchor. Mit „The Lighthouse“ folgt Korven diesen Stilistiken, geht hier jedoch noch um einiges brachialer vor – was sich grandios auf die Stimmung des Films auswirkt! Als reines Hörerlebnis allein ist es jedoch eine sehr viel schwierigere Erfahrung… … Mehr The Lighthouse – Mark Korven

Animation Month: The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn – John Williams

„Tintin“ stellte 2011 das Ende einer längeren Filmpause von Komponist John Williams dar: dreieinhalb Jahre lagen zwischen diesem Soundtrack und „Kingdom of the Crystal Skull“ – für Fans eine harte Zeit. Das Quasi-Comeback des Maestros hätte jedoch nicht besser ausfallen können, denn „The Adventures of Tintin“, sein allererster Animationsfilm-Score, vereint all die Elemente, die einen großartigen John Williams-Soundtrack ausmachen. Die Orchestrierungen sind so einfallsreich wie kreativ, die Musik sprüht nur so vor Energie und Lebensfreude und im Zentrum stehen mehrere memorable Themen, welche für die kultigen Figuren nicht besser passen könnten! … Mehr Animation Month: The Adventures of Tintin: The Secret of the Unicorn – John Williams

Animation Month: Walhalla – Ron Goodwin

Ursprünglich hätten die dänischen Komponisten Bent Hesselmann und Jussi Adler-Olsen die Musik beisteuern sollen, doch dann wandte sich Regisseur Peter Madsen an den Briten Ron Goodwin, um einen eher klassisch klingenden Score zu komponieren. „Walhalla“ war sein letztes Kino-Projekt, danach beschränkte er sich aufs Dirigieren verschiedener Orchester weltweit, bis zu seinem Tod 2003 im Alter von 77 Jahren. Dies war einer seiner wenigen Scores für einen Animations-Fantasy-Film – und dies gab ihm die Gelegenheit, mal eine etwas andere Seite von sich zu zeigen. … Mehr Animation Month: Walhalla – Ron Goodwin