The Witches – Alan Silvestri

Mit Robert Zemeckis schreitet normalerweise auch Alan Silvestri einher, welcher nahezu alle Filme des Regisseurs vertont hat. Die letzte Zusammenarbeit der beiden, „Welcome to Marwen“, liegt bereits zwei Jahre zurück, und in den meisten Fällen ist ein Silvestri-Score für einen Zemeckis-Film ein wahrhaftiger Grund zur Freude. Dies trifft auch hier, bei ihrer 18. Kollaboration zu: „The Witches“ ist ein spaßiger Score, welcher die Stärken ausspielt, die Silvestri in diesem Genre versiert zu nutzen versteht. … Mehr The Witches – Alan Silvestri

Drachenreiter – Stefan Maria Schneider

Auf diesen Score war ich von Anfang an neugierig: Komponist Stefan Maria Schneider ist bereits langjähriger Begleiter von Regisseur Tomer Eshed, vertonte er doch dessen frühe Animations-Kurzfilme und war außerdem als Orchestrator am ersten „How to Train Your Dragon“ beteiligt! Allerdings braucht sich die Musik von „Drachenreiter“ nicht im Schatten der Schwingen von Ohnezahn zu verstecken, denn Stefan Maria Schneider ist hier ein durchaus eindrucksvoller Soundtrack gelungen. … Mehr Drachenreiter – Stefan Maria Schneider

Jim Knopf und die Wilde 13 – Ralf Wengenmayr & Marvin Miller

Der Augsburger Komponist Ralf Wengenmayr lieferte für den ersten Film einen kurzweiligen und farbenfrohen Orchester-Score ab, welcher seinen vorherigen spaßigen Arbeiten für Filme wie „Der Schuh des Manitu“, „(T)Raumschiff Surprise“ oder den beiden Live Action „Wickie“-Adaptionen in nichts nachstand. Für die Fortsetzung steht ihm zudem Marvin Miller zur Seite, welcher mit Wengenmayr gemeinsam schon Michael Bully Herbigs „Ballon“ bestritten und für den ersten „Jim Knopf“ zusätzliche Musik beigesteuert hatte. Zusammen sorgen sie auch dieses Mal dafür, dass die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas angemessen und eindrucksvoll vertont werden. … Mehr Jim Knopf und die Wilde 13 – Ralf Wengenmayr & Marvin Miller

Enola Holmes – Daniel Pemberton

Für die Musik wurde Daniel Pemberton angeheuert, welcher aus der aktuellen Filmmusik-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Der kreative Brite gewann erstmals meine Aufmerksamkeit durch seinen Score zu Guy Ritchies „The Man from U.N.C.L.E.“, und folgende Arbeiten für Projekte wie „King Arthur: Legend of the Sword“, „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ und ganz besonders „The Dark Crystal: Age of Resistance“ ließen ihn nur noch höher in meiner Achtung steigen. „Enola Holmes“ ist ein weiterer gelungener Eintrag in seiner Vita und zudem sein wahrscheinlich zugänglichster Score bisher. … Mehr Enola Holmes – Daniel Pemberton

Mulan – Harry Gregson-Williams

Für das Original erschuf der Meister-Komponist Jerry Goldsmith einen wunderbaren Score voller Emotion, Tempo und Spaß, wobei aber auch die Epik nicht zu kurz kam. Für das Remake holte Niki Caro Harry Gregson-Williams ins Boot, mit welchem sie schon bei „The Zookeeper’s Wife“ zusammengearbeitet hatte. Wenn er nicht gerade extrem intensive Thriller vertont, so zeichnen sich seine Soundtracks stets durch kreative Orchestrierungen und sehr memorable Themen aus. Mit „Chicken Run“ (gemeinsam mit John Powell) und „Sinbad“ machte er mich als Kind zum Filmmusik-Fan und entsprechend erhoffte ich mir nicht gerade wenig von seiner musikalischen Version dieser Geschichte. Sind meine Wünsche wahr geworden? Größtenteils ja! … Mehr Mulan – Harry Gregson-Williams

Artemis Fowl – Patrick Doyle

Sobald Branagh als Regisseur feststand, war für viele auch bereits die Wahl des Komponisten offensichtlich: Patrick Doyle hat nahezu jeden Film des Briten vertont, von „Hamlet“ über „Thor“ bis hin zu „Murder on the Orient Express“. Im Fall von „Artemis Fowl“ kombiniert der schottische Komponist mehrere Elemente: Irischen Folk, verspielte Spionage und die Action-Einflüsse aus „Thor“ und „Rise of the Planet of the Apes“. Das Ergebnis ist vielleicht nicht ganz das, was sich viele erhofft oder erwartet haben, aber funktioniert sehr gut für den Film. … Mehr Artemis Fowl – Patrick Doyle

Ghost of Tsushima – Ilan Eshkeri & Shigeru Umebayashi

Videospiel-Musik hat mich schon immer fasziniert: Sie muss wandel- und formbar sein, um sich den Aktionen des Spielers stets fließend anpassen zu können und natürlich in den jeweiligen Momenten als Score funktionieren. Für „Ghost of Tsushima“ wandten sich die Entwickler an zwei Komponisten: Ilan Eshkeri und Shigeru Umebayashi. Das Ergebnis könnte beeindruckender nicht sein. … Mehr Ghost of Tsushima – Ilan Eshkeri & Shigeru Umebayashi

Klassiker: North By Northwest – Bernard Herrmann

„North By Northwest“ war der fünfte von insgesamt neun Scores, die Bernard Herrmann für Alfred Hitchcock schrieb. Herrmann verstand wie kaum ein anderer, zu erkennen, was Hitchcock wollte und seine Filme brauchten und „North By Northwest“ ist da keine Ausnahme: Es ist ein grandioser Score mit hohem Wiedererkennungswert, der aber leider nie den Status des ikonischen „Psycho“ erreichte, welchen er danach komponierte. … Mehr Klassiker: North By Northwest – Bernard Herrmann

Wunsch-Review: Arrival – Jóhann Jóhannsson

Im Fall von „Arrival“ wurde die Musik ganz besonders von Filmkritikern hoch gelobt, was in meinen Augen NIE ein gutes Zeichen ist, denn aus irgendeinem Grund wird Filmmusik von Kritikern immer DANN bemerkt und anerkannt, wenn sie so wenig wie möglich zu hören ist, was ich weder verstehen noch tolerieren kann. Im Fall von „Arrival“ verhält es sich jedoch ganz anders. Der Isländer Jóhann Jóhannsson hatte durchaus eine melodischere Seite, als ihm Villeneuves Filme zugestanden, und nach Jóhannsons plötzlichem Tod im Jahr 2018 sah ich seine Werke in einem etwas anderen Licht. … Mehr Wunsch-Review: Arrival – Jóhann Jóhannsson

Dein Film ist Scheiße – Oliver Seidel

Obgleich Regie-Student und Co-Autor Lasse Vogt die Prämisse nicht vollends nutzt, so hat der Film einige nette Szenen und Sequenzen zu bieten. Außerdem wird schnell klar, dass dem Regisseur ganz offensichtlich die Musik sehr wichtig war: Als Komponist verpflichtete er den Berliner Musiker Oliver Seidel, mit welchem er bereits bei seinem vorherigen Kurzfilm „0900“ zusammengearbeitet hatte. Seidel lieferte, basierend auf Vogts Vorstellungen, einen sehr abwechslungsreichen und teilweise sogar schön quirrligen Score ab, welcher sich jedoch kaum aufdringlich in den Vordergrund spielt, sondern sich angemessen in den Dienst der Sache stellt. … Mehr Dein Film ist Scheiße – Oliver Seidel